Team
Regie: Nicola Unger Darstellerin: Yvette Coetzee Gäste: Harry Hoerler, Papua Neuguinea; Dr. Craig A. Volker, Papua Neuguinea/Japan Bühnenbild/Kostüme/Objekte/Animationen: Bärbel Haage Dramaturgie: Esther Steinbrecher Produktionsleitung: Marc Pohl Presse/Öffentlichkeitsarbeit: Elisa Liepsch Dokumentation: Regina Anne-Marie Knapp Tontechnik: Ulrich Fischer Technik: Oliver Szewc
Nicola Unger studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und absolvierte das Masterprogramm DasArts der Kunsthochschule Amsterdam. Bisher hat sie sich mit verschiedenen Medien – Theater, Installationen, Comics und Animationen – auseinandergesetzt. Interessiert haben sie dabei die Fragen nach dem heutigen Leben mit Technologie und die Grenzen von menschlichem Bewusstsein, die Familie als Phänomen, die Frage nach Schicksal oder Zufall, Geschichte mit dem großen G. Ihre Stücke „Wonderwoman” und „Samtmanns Familienabend” kamen am Theater Erlangen bzw. auf Kampnagel Hamburg zur Aufführung. Unger war zudem in mehreren Gruppenausstellungen vertreten. Ihre aktuelle Soloarbeit „Phantomstory” wurde vom Plateaux Festival und der Rotterdamse Schouwburg produziert und erhielt den Sonderpreis der Hessischen Theatertage 2009 in Marburg.
Yvette Coetzee wurde in Pretoria, Südafrika geboren und erhielt ihre Schauspielausbildung an der University of Cape Town. 2000 begann sie als Mitglied der international angesehenen Handspring Puppet Company mit „The Chimp Project" ihre langfristige Arbeit im Zwischenraum von Schauspiel und Figurentheater. Seit Ihrem Umzug nach Deutschland 2001 entwickelte sie mehrere Theaterstücke, zeichnete u.a. verantwortlich für Konzept und Regie beim „1. Berliner Jammerwettbewerb“ (2005) sowie für Text und Spiel in „Die Wahl der fantastischen Möglichkeit" (Regie: Hendrik Mannes, 2004-06) und in „Keine Palmen. Keine Löwen. Keine Affen." (Regie: Anne Hirth, 2008/09). Zuletzt entwickelte sie mit wonderful catastrophe „Endstation Echtzeit“. Coetzee verfolgt mit ihrer Arbeit eine eigene Bühnensprache, die zwischen den Sparten angesiedelt ist.
Harry Hoerler wurde in der Vunapope Mission nahe Rabaul, Papua Neuguinea geboren. Nach Beendigung der japanischen Besatzung Rabauls wurde er Seemann und war mit verschiedenen Schiffen auf See. Als einer der wenigen überlebte er das Schiffsunglück der MV Polurrian. Seit der Unabhängigkeit Papua Neuguineas im Jahr 1975 war Hoerler viele Jahre gewähltes Mitglied des neuen Nationalparlaments. Er lebt heute im Ruhestand auf den Duke of York-Inseln (ehemals „Neu-Lauenburg”) nahe Rabaul und ist einer der jüngsten lebenden Sprecher des Unserdeutsch.
Der Linguist Dr. Craig Alan Volker stammt aus Kalifornien und ging in Heidelberg und den USA zur Schule. Nach seinem Master of Literary Studies an der University of Queensland mit dem Thema „An Introduction to Rabaul Creole German“ promovierte er 1994 an der University of Hawaii über „Nalik Grammar (New Ireland, Papua New Guinea)“. Volker arbeitete als Deutschlehrer in Queensland und als Englischlehrer in Papua Neuguinea, seit 1991 ist er an der Gifu Shotoku Gakuen Universität in Gifu / Japan tätig, inzwischen als Professor an der Fakultät für Fremdsprachen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den einheimischen Sprachen von Melanesien, den Pidgin- und Kreolsprachen sowie im Sprachkontakt. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen auf diesem Gebiet. Seit 1988 ist Craig Volker in Neuirland, Papua Neuguinea ansässig und übersetzt in und von der Naliksprache, weiterhin ist er seit 2007 „Assistant Talking Chief“ der Seeadelssippe der Nalik von Neuirland. Volker ist außerdem Mitbegründer der New Ireland Association for the Arts.
Die gebürtige Erfurterin Bärbel Haage studierte Szenografie für Puppentheater an der Universität DAMU-ALD in Prag. Es folgten mehrere Ausstattungen und Bühnenbilder für Theater in Basel, Magdeburg, Erfurt und Berlin, 2003-05 war sie Leiterin des Puppentheaterateliers am Theater Junge Generation in Dresden. Nach einem Aufenthalt in Nicaragua schuf sie die Puppentrickfilme „Der Wolf und die sieben Geißlein“ und „Ziegen zuerst“. Seit 2007 lebt und arbeitet Haage in Dresden und Prag, baut Puppen, zeichnet und stattet aus, u.a. für das Puppentheater Magdeburg, das Nationaltheater Prag und die Prager Quadrienale Formanstheatre.
Esther Steinbrecher studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und ist seit ihrem Diplomabschluß 1998 als freiberufliche Theatermacherin tätig. Sie schreibt, konzipiert und inszeniert Stücke, Shows und künstlerische Alltagsinterventionen und ist als freie Kulturmanagerin für die Agentur StadtRaumInszenierung tätig, die sich auf die Schaffung künstlerischer Ausnahmezustände im urbanen Raum spezialisiert hat. Im Jahr 2007 erhielt Steinbrecher das Autorenstipendium Paul Maar für ihr Stück „Irgendwas fehlt immer!“. 2008 wurde sie für eine Workshopleitung zum Thema „Acting techniques and improvisation“ in die Nkomazi Region / Südafrika eingeladen. 2009 erhält Esther Steinbrecher gemeinsam mit Oliver Behnecke den Bremer Autoren- und Produzentenpreis für das Konzept „Wir entern!“.
Marc Pohl studierte Objekttheater an der Hochschule der Künste Amsterdam, Puppenspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, sowie Kulturmanagement an der Akademie für Kultur und Bildung in Berlin. Er ist seitdem als Kulturmanager, Produktionsleiter und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig, u.a. am Mime Centrum Berlin, bei der Kulturprojekte Berlin GmbH, am Hebbel am Ufer, sowie seit 2009 als Produktionsleiter an den Sophiensaelen Berlin. Pohl ist zudem Gründer der deutsch-tschechischen Locationtheatergruppe „Local Check“ und Mitbegründer der AktionsBank, einem Produktionsbüro bzw. Veranstaltungsort in Berlin Mitte. Er hat zahlreiche freie Projekte produziert, darunter das Dokumentartheater Space mit „Heimat – The Place Where We Belong“ und „Off the Map“ der Zen in the Basement Dance Company.
Die Übersetzerin und Ethnologin Regina Anne-Marie Knapp wurde in Lae auf Papua-Neuguinea geboren. Nach einem Studium der Ethnologie und Publizistik an der FU Berlin nahm sie ein PhD-Studium im Fach Ethnologie an der Australian National University auf, wo sie ihre Dissertation zum Thema „Kulturwandel im Hochland von Papua-Neuguinea“ verfasste. Seit 1997 ist sie freie Mitarbeiterin am Ethnologischen Museum Berlin / Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Knapp übersetzt in die und aus den Sprachen Deutsch, Englisch und Melanesisch Tok Pisin und arbeitet im Bereich Dokumentation (Kamera, Schnitt, Tonmischung und Bildbearbeitung ethnologischer Filme) für zahlreiche Ausstellungen.
